Silvia Bächli (*1956)

© Silvia Bächli

Die Zeichnung gilt als das unmittelbarste aller Medien und viele Kunstschaffende pflegen sie parallel zu anderen Gattungen. Silvia Bächli aber hat sie seit Beginn ihrer Karriere zur Hauptsache gemacht, um in reduzierten, poetischen Kompositionen die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten der Linie auszuloten.

Nach einer Ausbildung als Primarlehrerin trat Silvia Bächli mit 20 Jahren in die Schule für Gestaltung Basel ein, die sie 1980 abschloss. Parallel besuchte sie von 1977 bis 1978 die Ecole supérieure d’art visuel in Genf. Bald erregten ihre kleinformatigen Tinten-, Ölkreide- oder Pastellzeichnungen und Gouachen, die sie ab 1983 teils zu Ensembles mit definierter räumlicher Anordnung gruppierte, die Aufmerksamkeit namhafter Schweizer Institutionen. Jene frühen Werke zeigten in schwarzgrauen Tönen Details von (weiblichen) Körperteilen und von Objekten, oft annähernd abstrakt oder mit intuitiven Formfindungen ergänzt. Die auf den Blättern verbleibenden Leerstellen genauso wie jene zwischen den Bildern im Raum spielten bereits damals eine wichtige Rolle, die ungegenständlichen Elemente nahmen mit der Zeit stetig zu: Netzartige Raster oder sparsam aufgetragene, freie Linien, die Vertrautes andeuten und Unsagbares auf den Punkt bringen, sind heute charakteristisch für die Arbeiten von Silvia Bächli. Ab 1998 beschäftigten sie während einiger Jahre florale Sujets, fast gleichzeitig begann die Künstlerin, auch auf grossen Formaten zu zeichnen. Weitere Entwicklungsschritte waren ab 2005 der dosierte Einsatz von Farbe und die Einbindung von Fotografien in ihre räumlichen Arrangements, die teils auch im Dialog mit Werken ihres Lebenspartners Eric Hattan ausgestellt werden. 

 

Silvia Bächli gilt als eine der international bedeutendsten Schweizer Zeichnerinnen. Zu ihren zahlreichen Auszeichnungen gehören zwei Eidgenössische Kunststipendien (1982/1984, heute Swiss Art Award), der Prix Meret Oppenheim 2003 und der Kulturpreis der Stadt Basel 2014. 2009 vertrat sie die Schweiz auf der Biennale von Venedig.

 

 

Silvia Bächli, 1956 geboren in Wettingen (CHE), lebt und arbeitet in Basel (CHE).

Tätigkeitsbereiche: Zeichnung, Gouache, Installation

Website von Silvia Bächli


siehe auch

Werke von Silvia Bächli

© Silvia Bächli
Silvia Bächli

Floreal Nr. 22

© Silvia Bächli
Silvia Bächli

Linien 10

© Silvia Bächli
Silvia Bächli

Ohne Titel