Max Böhlen (1902 – 1971)

Max Böhlen war ein überaus produktiver Maler und Zeichner, der in seinen Landschaften, Stillleben und Porträts einen moderat modernen Realismus pflegte. Der Nachlass des gebürtigen Berners umfasst mehrere Tausend Gemälde, Zeichnungen und Aquarelle, die zum grossen Teil heute den Bestand eines monografischen Museums in seiner südwestdeutschen Wahlheimat Kandern bilden.

Max Böhlen wuchs in armen Verhältnissen auf und war früh auf sich selbst gestellt. Ab 1920 besuchte er die Gewerbeschule Bern, wenig später auf Vermittlung eines befreundeten Bildhauers die Malschule des Berner Künstlerpaares Victor Surbek und Marguerite Frey-Surbek. Ab 1926 erhielt Böhlen vier Jahre in Folge ein Kunststipendium des Bundes. Er reiste zum Malen nach Paris, in die Toskana und mehrfach nach Korsika, wo auch das Gemälde Korsischer Blumenstrauss (1932) entstand. Das Stillleben mit Lilien, Affodill und Eisenhut vor einer in Farbfeldern rhythmisierten Wand führt Böhlens Sinn für klare, spannungsreiche Kompositionen vor Augen. Das Wilde der Blütenpracht im ansonsten kargen Ambiente erscheint hier nicht als gebändigte Schönheit, sondern als kraftvoller Ausdruck des unbeugsamen Willens der Natur. Max Huggler, langjähriger Direktor des Kunstmuseums Bern, würdigte Böhlens ernsten Blick in einer 1973 erschienenen Monografie: «Sucht man die Art seines Malstiles zu kennzeichnen, lässt sich am besten von einer malerisch harten Oberfläche sprechen: die Suggestion räumlicher Tiefenwirkung verbindet sich einem Widerstand, den jede Stelle und Farbe im Bild dem Betrachterauge entgegenhält.»

Nach der Rückkehr aus Korsika zog Böhlen 1932 mit seiner Familie nach Ostfriesland, bevor er sich 1939 schliesslich im Markgräflerland niederliess und dort vor allem Landschaften und die in den Dörfern, Weinbergen und Obstgärten arbeitenden Menschen malte.

 

Mit seinem Hang zur Klarheit und seinem Faible für die Natur und die Dinge des Alltags zählte Böhlen zu den typischen Vertretern der von Bodenständigkeit und Weltoffenheit gleichermassen geprägten gegenständlichen Malerei in der Schweiz der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

 

Max Böhlen wurde 1902 in Bern (CHE) geboren und starb 1971 in Basel (CHE).

 

Tätigkeitsbereiche: Malerei, Zeichnung, Aquarell, Lithografie

Website von Max Böhlen


siehe auch

Werke von Max Böhlen