Kaspar Müller

© Kaspar Müller, Berlin

Pop Art, Kitsch, Readymade und Appropriation: Ein wenig von all dem steckt in Kaspar Müllers Kunst, und doch greifen die Begriffe zu kurz, um sein vielschichtig konzeptuelles Œuvre zu erfassen. Mittels Objekt, Malerei, Film und Fotografie befragt er Wertvorstellungen von Kunst und Alltag.

Bis 2006 studierte Kaspar Müller bildende Kunst an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel. Im Jahr seines Abschlusses gründete er in der Rheinstadt mit befreundeten Kunstschaffenden den Offspace Vrits und nach dessen Schliessung 2009 den Kunstraum Galen. Zudem entfaltete er mit seinen Werken gleich nach dem Abschluss eine rege, bald auch internationale Ausstellungstätigkeit. Schon früh fanden die mundgeblasenen farbigen Glaskugeln, die mittlerweile zu einer Art Markenzeichen für ihn geworden sind, Eingang in sein Schaffen. Oft hängte er sie aufgereiht an einem grossen Seil in den Ausstellungsraum wie gigantische Perlenketten oder Girlanden, machte sie aber auch zum Gegenstand von Fotografien. Daneben spielen Alltagsgegenstände in oft leicht absurden Anordnungen eine Rolle in seinem Schaffen – etwa Möbel, Verkehrsrequisiten, Esswaren oder Kleider. Wenn er verschiedene dieser Objekte in mehreren Werken einsetzt, interessiert ihn daran die unterschiedliche «Rhetorik» der Dinge in veränderten Kontexten, will heissen deren Bedeutungsverschiebung. Wenn er sich bekannte Werke anderer Kunstschaffender, etwa Julian Opie, aneignet und selbst neu interpretiert, sein Atelier in den Galerieraum überführt oder nach etwas mehr als zehn Jahren bereits eine Retrospektive seines Schaffens veranstaltet, stehen die Werthierarchien des Kunstsystems im Fokus.


Kaspar Müller wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, 2010 etwa mit dem Manor Kunstpreis, 2012 mit dem ersten Kadist – Kunsthalle Zürich Production Award und 2015 mit einem Preis im Wettbewerb «Die Schönsten Schweizer Bücher». 2019 war er für den Prix Mobilière nominiert.


Kaspar Müller, 1983 geboren in Schaffhausen (CHE), lebt und arbeitet in Berlin (DEU).

Tätigkeitsbereiche: Objekt, Malerei, Druckgrafik, Fotografie, Video, Installation

"Wahr ist Kunst, soweit das aus ihr Redende und sie selber zwiespältig, unversöhnt ist, aber diese Wahrheit wird ihr zuteil, wenn sie das Gespaltene synthesiert und dadurch erst in ihrer Unversöhnlichkeit bestimmt. Paradox hat sie das Unversöhnte zu bezeugen und gleichwohl tendenziell zu versöhnen; möglich ist das nur ihrer nicht-diskursiven Sprache.“ Theodor W. Adorno


siehe auch

Werke von Kaspar Müller

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Kaspar Müller

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