Stéphane Kropf (*1979)

© Stéphane Kropf

Stéphane Kropf schöpft seine Motive aus dem alltäglichen Leben. Das kann eine Einkaufsquittung, eine Restaurantrechnung oder eine alte Fahrkarte der Schweizerischen Bundesbahnen SBB sein. Dem Künstler geht es nicht um die Abbildung von Realität, sondern um Aufmerksamkeit für Nebensächliches, das mehr Schönheit beinhaltet als vermutet. Seine Darstellungen von Bergmotiven nach SBB-Tickets zeigen Sujets, die etwas Magisches und Sinnliches vermitteln wollen.

Die Malerei von Stéphane Kropf zieht die Aufmerksamkeit der Betrachter durch optische Vibrationen an. In seinen Bildern entfaltet die Farbe erst dann ihre volle Wirkung, wenn die Betrachter sich vor den Gemälden hin und her bewegen und sich ganz dem Schauen hingeben. Der Künstler untersucht, wie sich im Medium Malerei Illusionen und Impressionen erzeugen lassen. Für die Bilder im Besitz der Mobiliar hat Kropf die jeweils gleiche auf den SBB-Tickets abgebildete Bergkette in die Horizontale gedreht, stark vergrössert und alles im flirrenden Antifälschungsmuster der Fahrscheine nachgemalt. Je nach Wahl des Farbauftrags verändert sich die Bildatmosphäre. Wir blicken auf ein Land of the Magic Windows, auf ein Land of the Sun oder auf ein Land of the 1000 Dances. Es ist faszinierend zu beobachten, wie das von einem Automaten gedruckte Ticket die Transformation zu einem Bild erfährt.

Kropf wurde 2008 von der Kunstmesse Art Basel beauftragt, die Sektion «Artists Records» dauerhaft an der Art Unlimited zu etablieren. Er ist zuständig für die Bachelor-Ausbildung von Künstlern an der École cantonale d’art in Lausanne, wo er zugleich Kurator der hauseigenen Galerie ist, dem Espace lausannois d’art contemporain (ELAC).

Geboren wurde Stéphane Kropf 1979 in Lausanne (CHE); er lebt und arbeitet in Lavaux (CHE).

Tätigkeitsbereiche: Malerei, Wandmalerei, Skulptur

Website des Künstlers


siehe auch

Werke von Stéphane Kropf