Ueli Berger

© Ueli Berger

«Ich bin ein Maler, der nicht malt», sagte Ueli Berger von sich. Dafür wurde der ausgebildete Flachmaler zum künstlerischen Grenzgänger, der in seinem Schaffen die Trennungslinien zwischen Kunst, Design und Architektur, «High» und «Low», Innen- und Aussenraum aufhob. Klug und hintersinnig verstand er es, Dinge des Alltags in ein neues Licht zu rücken – als Künstler ebenso wie als Designer.

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Gemeinsam mit seiner Frau Susi entwickelte er bekannte Objekte wie den Soft Chair (1967), die Wolkenlampe (1970) oder den Schubladenstapel (1982). Die Idee, Kunst und Lebenswirklichkeit miteinander zu verkoppeln, konnte Berger nicht nur in seinen Möbeldesigns umsetzen, er machte sie auch in zahlreichen Kunstwerken im öffentlichen Raum wahr. Eines von ihnen steht direkt vor dem Hauptgebäude der Mobiliar in Bern: Die 16 Meter hohe, rote Stahlskulptur Chribel. Berger hat damit die graue Architektur um einen leuchtenden Akzent bereichert – und seinen Heimatort Bern um ein aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenkendes Zeichen mit regionalem Bezug: Das schweizerdeutsche Wort «Chribel» steht für Gekritzel, eine unleserliche Schrift oder Unterschrift. Naheliegend, bei der Skulptur auch an die für eine Versicherung alltäglichen Vertragsunterzeichnungen zu denken. Sieben weitere Werke von Ueli Berger nennt die Mobiliar ihr Eigen, darunter drei rund um den Chribel: vorbereitende Papierarbeiten, aber auch eine, die Berger im Rekurs auf die Skulptur im Jahr nach ihrer Aufstellung angefertigt hat. Das Weiterdenken eines Themas war charakteristisch für sein künstlerisches Vorgehen.

Berger, der nach seiner Lehre in verschiedenen Architekturbüros arbeitete, dann zum Industriedesign und zur freien Kunst fand, war einer der vielseitigsten kreativen Köpfe seiner Generation in der Schweiz. Als Objektkünstler, Zeichner und Fotograf gelang es ihm immer wieder, das Publikum mit originellen Ideen zu verblüffen. Dafür wurde er mit zahlreichen Ausstellungen und Werkankäufen gewürdigt.

Ueli Berger wurde 1937 in Bern (CHE) geboren und ist dort 2008 verstorben.

Tätigkeitsbereiche: Skulptur, Installation, Kunst am Bau, Kunst im öffentlichen Raum, Land Art, Fotografie, Druckgrafik, Zeichnung

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