Ruedi Bechtler

© Thomas Burla

Die Werke von Ruedi Bechtler sind meist aus Objekten zusammengesetzt, die er bei Trödelhändlern oder beispielsweise auch am Strand entdeckt. Aus der Kombination der Objekte entsteht etwas Neues, ein neuer Sinnzusammenhang. Bechtlers eingehende Beschäftigung mit kunst- und kulturgeschichtlichen Themen vermittelt sich auch in seinen Werken, mit denen er uns vor Augen führt, dass unsere Alltagsästhetik von entwaffnender Schönheit sein kann.

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Die beiden Werke im Besitz der Mobiliar machen die künstlerische Praxis und Haltung von Ruedi Bechtler auf exemplarische Weise anschaulich: Fontaine besteht aus einer Neonröhre samt Halterung und der Fotografie eines Springbrunnens. Mit dieser Arbeit zitiert der Künstler ein längst zum Kultobjekt gewordenes Readymade von Marcel Duchamp: das mit «Fountain» betitelte Urinal, das Duchamp 1917 als Beitrag zu einer Ausstellung in New York einreichte. Sein Werk wurde abgelehnt, doch die hitzigen Diskussionen, die es auslöste, machten es zu einer unablässig sprudelnden Inspirationsquelle für Generationen von Künstlern. In seiner zweiten Arbeit mixt Bechtler verschiedene Gegenstände zu einem fulminanten Cocktail: einen Blumenständer, einen Aluminiumeimer mit Fleischerhaken, kleine, farbige Glasblumenvasen in unterschiedlichen Formen, ein blaues Weinglas, zwei weisse Neonstablampen, eine blaue Neonröhre und einen kleinen runden Badezimmerspiegel. Im Unterschied zu einem gewöhnlichen Cocktail bleiben die Zutaten in diesem Fall identifizierbar, und sie zeigen sich dem Betrachter in frischer, neuer Weise.

Neben seiner Arbeit als Künstler ist Bechtler auch leidenschaftlicher Kunstsammler und Kurator. Seit 2004 laufen diese drei Fäden im Hotel Castell in Zuoz im Oberengadin zusammen; hier werden Werke verschiedener Künstler und Kunststile einer breiten Öffentlichkeit präsentiert.

Ruedi Bechtler wurde 1942 in Zürich (CHE) geboren, wo er auch heute lebt und arbeitet.

Tätigkeitsbereiche: Objekt, Skulptur, Fotografie, Zeichnung

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