Lisa Hoever

© Lisa Hoever; Fotograf: Dominique Uldry

Die Malerin Lisa Hoever, die in den 1970er-Jahren an der Kunstakademie Düsseldorf studierte, bezieht ihre Inspiration aus der Natur und ihrer unmittelbaren Umgebung. Pflanzen, Früchte, Blumen, aber auch Stilllebenmotive übersetzt sie – halb gegenständlich, halb abstrakt – ins Bild. Ihre Gemälde bewegen sich «zwischen den Dingen».

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Die vier grossformatigen Ölmalereien in der Kunstsammlung der Mobiliar eint die freie Anordnung pflanzlicher Motive auf einem weitgehend monochromen Bildgrund. Das Werk Hagebutten aus dem Jahr 1992 zeigt sechs wild verstreute, unterschiedlich farbige Hagebuttenfrüchte vor einem gelb-grünen Hintergrund, der durch ein Raster aus kleinen orangefarbenen Quadraten strukturiert ist. Quadrate, Raster und nicht zuletzt die Leinwand selbst bilden ein geometrisch ordnendes Gegengewicht zu den organischen Formen der dargestellten Pflanzen. Es ist die Kombination von Gegenständlichkeit und Abstraktion, die uns das Dazwischen, das «zwischen den Dingen» sehen lassen: die Malerei selbst. Bei genauerer Betrachtung lässt sich erkennen, dass die Künstlerin die Farbe in mehreren Schichten aufgetragen hat. Das lebendige Kolorit ist das Ergebnis eines langwierigen, über Monate fortgesetzten Malprozesses. Auch die kleinformatigen Papierarbeiten mit abstrakt anmutenden Stillleben kreisen vor allem um Fragen der Malerei.

Die Gattung Malerei, einst sogar schon für tot erklärt, hat sich gerade in der heutigen Zeit immer wieder zu behaupten. Unbeirrt erbringt Lisa Hoever mit ihren Arbeiten den Beweis, dass dieses Medium – auch im klassischen Blumensujet – neue, frische Impulse bereithält.

 

Lisa Hoever wurde 1952 in Münster/Westfalen (DEU) geboren; sie lebt und arbeitet seit 1988 in Bern (CHE).

Tätigkeitsbereich: Malerei

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