Ka Moser

Ka Moser bewegt sich in ihrer Kunst seit Ende der 1960er-Jahre zwischen Musik, musikalischer Performance und Malerei. Das erste ihrer Farbengedichte, kurz: FG, die ihr Werk bis heute entscheidend prägen, entstand 1983 spontan als gesungener Text während einer Performance.

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Der bemerkenswerte Umstand, dass Ka Moser als bildende Künstlerin in den 1980er-Jahren nahezu ausschliesslich Musik gemacht hat, legt nahe, dass ihre Arbeiten als Visualisierungen einer Rückübertragung zu entziffern sind. Moser malt Farben durch den Filter der akustischen Imagination und bedient sich dabei eines Rasters, das sowohl das Malerische als auch das Musikalische ihrer Kompositionen betont. Grundelement ist das Quadrat, jede weitere Form ergibt sich aus dessen Wiederholung in gleicher oder unterschiedlicher Farbgebung, in der systematischen Wucherung von Dopplungen und Spiegelungen. So entstehen, je nach Rasterweite und Breite des Farbspektrums, mal ruhige, monochrome Bilder wie Rotmalgelb 6 Ton (1997), mal nervös flirrende Puzzlecollagen wie das aus 45 farbigen Quadratraster-Laserdrucken zusammengefügte Kaleidoscope-eye I (1996). Dass diese Arbeit entfernt an Computergrafiken der digitalen Frühzeit erinnert, ist kein Zufall. Tatsächlich entwickelt Ka Moser ihre Kompositionen seit den späten 1990er-Jahren zunehmend am Computer und ebnet ihrer konzeptuell-poetischen Malerei so den Weg ins Reich der Algorithmen.

In der Sammlung der Mobiliar befinden sich neben den beiden oben erwähnten Arbeiten eine monumentale Partitur von rot zu gelb (1993), das quadratische Farbengedicht FG 3, Nr. 7 (1995) sowie drei lichte Aquarell- und Buntstiftzeichnungen der Serie FG-Spiegelbild (1999) – Februar, September/Dezember und September, N.Y. –, die aus je zwei Papierbögen mit je zehn Farbfeldern bestehen, deren geometrische Ordnung im gegenüberliegenden Blatt spiegelverkehrt erscheint. Nach gleichem Prinzip entstand auch das Diptychon G-L’Ouverture von 2006, allerdings in Öl auf Baumwolle und mit ungleich höherer  Opazität.

Ka Mosers Farbklangerkundungen fügen sich in die reiche Geschichte einer geometrischen Abstraktion, die ihre Kompositionsprinzipien nicht autonom entwickelt, sondern aus dem sinnlichen Erfahrungsraum der Musik ableitet.

 

Ka Moser, 1937 in Zürich (CHE) geboren als Katharina Wüthrich, lebt und arbeitet in Bern (CHE).

Tätigkeitsbereiche: Zeichnung, Malerei, Objektkunst, Musik, Fotografie, digitale Exkursionen, Prints

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