Jake Elwes

© Jake Elwes

Jake Elwes schloss im Juni 2017 seinen Bachelor an der Slade School of Fine Art in London mit dem von der Mobiliar angekauften Werk ab. Diese erforschen die Schnittstellen zwischen digitaler Welt und bildender Kunst, zwischen menschlicher Kreativität und Künstlicher Intelligenz, zwischen Codes und Kommunikation.

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Dem Video Latent Space liegt ein Algorithmus zugrunde, der nach dem Vorbild des neuronalen Netzwerkes im menschlichen Gehirn Bilder gene­riert. Gespeist wurde er mit den Informationen von 14,2 Millionen Fotografien aus dem Internet. Wie bei einem natürlichen Lernprozess ist diese Künstliche Intelligenz darauf programmiert, sinnvolle Verbindungen zwischen den erhaltenen Informationen herzustellen. Im Video gehen die dabei erzeugten, abstrakten Formen in einer Me­tamorphose auf. In Digital Whispers flüstert uns ein Computer alle Tweets aus einem Radius von 500 Metern rund um die Mobiliar zu und holt uns so das Gezwitscher der Nachbaren ins Haus. Das Video Dadada Ta ist mithilfe des «Custom Python Program» entstanden, das gesprochene Zahlen aus dem Internet extrahiert. Zu sehen sind Führungskräfte globaler Technologieunternehmen bei Vorträgen oder in Gesprächen, doch hören wir im Zusammenschnitt ausschliesslich die Zahlen, die sie erwähnen – von Datenmengen, Geldsummen usw. Die Nummerierung der Welt wird so zu einem absurden dadaistischen Lautgedicht.

Elwes fängt mit seinen Kunstwerken auf poetische Weise das grosse Rauschen der Digitalisierung ein. Während wir mit der Organisation unserer Daten beschäftigt sind, entsteht mit der Weiterentwicklung der Künstlichen Intelligenz eine neue, abstrakte digitale Wahrnehmung. Der Künstler führt uns mit künstlerischer Originalität die faszinierende Kreati­vität der Maschine vor Augen.

Jake Elwes wurde 1993 in London geboren. Er lebt und arbeitet ebenda.

Tätigkeitsbereich: Video, Fotografie, Künstliche Intelligenz

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I feel it is arts responsibility to challenge, provoke, make people consider things more closely, or to point out the poetry in things. Successful art should be active, it should cross disciplines and spark discourse. I feel that with the direction technology is heading in - especially with regards to automation and artificial intelligence - art which engages with these technologies can be used as a way of opening up what can otherwise be quite a impenetrable conversation. So if art can trigger people to engage with new discussions, which may be crucial for our times, it can definitely ‘help us in our lives’. (Ich glaube, es ist die Aufgabe der Kunst herauszufordern, zu provozieren, Menschen zum näheren Betrachten der Dinge zu bringen oder auf die Poesie in den Dingen hinzuweisen. Erfolgreiche Kunst sollte aktiv sein, sie sollte Disziplinen überschreiten und einen Diskurs entfachen. Ich glaube, dass mit der von der Technologie angesteuerten Richtung – vor allem in Bezug auf Automatisierung und künstliche Intelligenz –, Kunst, die sich mit diesen Technologien befasst, als eine Möglichkeit zur Öffnung eines sonst unter Umständen ziemlich unzugänglichen Gesprächs verwendet werden kann. Wenn Kunst also Menschen dazu bringen kann, sich auf neue Diskussionen einzulassen, was für unsere Zeit von entscheidender Bedeutung sein mag, dann kann sie uns auf jeden Fall «in unserem Leben helfen».)