Ingrid Wildi Merino

In ihren häufig dokumentarisch angelegten Videoessays und Fotografien befasst sich die chilenisch-schweizerische Künstlerin Ingrid Wildi Merino vielfach mit den gesellschaftlichen Entwicklungen und Gegebenheiten ihres Heimatlandes Chile. Besonders interessiert sie, wie sie soziale Problemstellungen für den Betrachter sichtbar machen kann.

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Die Arbeit im Besitz der Mobiliar ist Teil eines grösser angelegten Projektes von Wildi Merino: Arquitectura de las Transferencias («Architektur der Übertragungen»). Darin untersucht sie die Auswirkung der Globalisierung auf die Menschen und die Umwelt in Chile. In fotografischen Landschaftsbildern, Videointerviews und Einzelporträts fängt Wildi Merino die dortigen Lebensbedingungen ein. Arica y Norte de Chile; No lugar y lugar de todos 2009–2011 («Arica und Nordchile. Nicht-Ort und Ort von allen 2009-2011») zeigt die Stadt Arica. Die mittels Leuchtkasten präsentierte Fotografie zeigt aus leichter Vogelperspektive eine Häuserlandschaft. Während im Vordergrund noch Details wie Fenster, Türen und Klimaanlagen auf den Dächern erkennbar sind, wird die Aufnahme in der Ferne immer undeutlicher; das Häusermeer verschwimmt regelrecht bis zur Unkenntlichkeit. Die Stadt verliert – wie viele andere Städte in Zeiten der Globalisierung – ihr individuelles Gesicht.

Mit 18 Jahren verliess Wildi Merino Chile, um an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich Kunst zu studieren. Seit 2005 lehrt sie an der Haute Ecole d’Art et Design in Genf, und seit 2007 geht sie auch einer kuratorischen Tätigkeit nach, die den Austausch zwischen Chile und der Schweiz fördert.

Ingrid Wildi Merino wurde 1963 in Santiago de Chile (CHL) geboren. Sie lebt und arbeitet in Santiago de Chile (CHL).

Tätigkeitsbereiche: Fotografie, Video

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