Hugo Wetli

Stadtbilder, Landschaften und Figuren waren die Motive, denen sich Hugo Wetli widmete. Mit schnellem, sicherem Strich schuf er Gemälde, Zeichnungen und Lithografien von vibrierender Lebendigkeit und einer häufig expressiven Farbigkeit. Sie nehmen uns mit auf Wetlis Reisen ins Ausland, führen uns aber auch immer wieder zurück in die Bergwelt der Schweiz und ins Bernbiet, seine Heimatregion.

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Als Ausdruck seiner Verbundenheit mit der Schweiz ist es sicher auch zu lesen, wenn Wetli 1962 eine sommerliche Strassenszene, in der einige Gäste vor einem Lokal im Freien sitzen, Beizli in Griechenland betitelt. Das Blatt gehört – neben Grandvaux, Rebberge, den Netzflickerinnen Spanien und Fassaden am Broadway – zu den frühesten Werken des Künstlers in der Sammlung der Mobiliar. Wetli hatte erst in den 1950er-Jahren zur freien Malerei gefunden. Nach einer Bauzeichnerlehre hatte er eine Ausbildung zum Grafiker absolviert, als Zeichner für ein Trickfilmatelier und später erfolgreich als Werber gearbeitet, u. a. für Swissair. Darüber hinaus fertigte er Illustrationen für Reisebücher an.

Eine Besonderheit seiner Werke ist, dass er seine Motive stark nach vorn, in die Bildfläche holt und auf eine tiefenräumliche Darstellung weitgehend verzichtet; Afrikanischer Garten und Einfahrt (Emmental) zeigen dies deutlich. Damit bezieht Wetli Position zu einem der zentralen Malerei-Diskurse des 20. Jahrhunderts: der Frage, ob die Illusion von Raum noch zeitgemäss oder das Bild als das zu behandeln sei, was es ist: zweidimensional.

Die Schweiz hat bekanntlich einige der bedeutendsten Grafikdesigner des letzten Jahrhunderts hervorgebracht, und es ist auffällig, dass sie sich vielfach auch der freien Kunst verschrieben, man denke beispielsweise an Richard Paul Lohse (*1902), Carlo Vivarelli (*1919) oder Karl Gerstner (*1930). Wie sie wird auch Hugo Wetli von seiner Erfahrung als Grafiker profitiert haben. Nicht nur die Sicherheit seiner Strichführung, auch die gekonnt austarierte Anordnung der Bildelemente spricht dafür.

 

Hugo Wetli wurde 1916 in Bern (CHE) geboren und verstarb dort 1972.

Tätigkeitsbereiche: Zeichnung, Malerei, Wandbild, Druckgrafik, Buchillustration

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