Hannah Weinberger

© Hannah Weinberger

Hannah Weinberger gehört einer Generation an, für die ein unbegrenzter Zugriff auf Informationen und Medien selbstverständlich ist. Sie schafft Klanginstallationen mit Tracks, die sie aus dem Internet herunterlädt, von CDs überspielt, von Freunden zugesandt bekommt oder selbst komponiert. Die Künstlerin ist interessiert am Dialog und an der Spannung zwischen Kunst und Leben, Realität und Virtualität, Materiellem und Vergänglichem.

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In Hannah Weinbergers Soundskulpturen aus sphärischen Klängen, Geräuschen und Sprache scheint das Lebensgefühl der YouTube-Generation auf. Dem im Netz allgegenwärtigen Narzissmus stellt sie jedoch ein Rauschen der Sinne gegenüber, das uns in einen rhythmischen Zustand der Träumerei versetzt. Für die Werke, die sich im Besitz der Mobiliar befinden, hat sie Findlinge aus der Schweiz sorgfältig von Hand bearbeitet und zu grossen Lautsprechern gestaltet. Ihrer natürlichen Umgebung entnommen, fungieren diese «singenden Steine» als Verstärker für die verschiedensten Sound-Loops. Ein Gebilde der Natur erfährt eine unerwartete Transformation in ein Objekt der Klangkunst. Ein Blasinstrument, ein Elektropiano, sprudelndes Wasser, die Laute eines Dschungeltieres oder ein Trommelwirbel erzeugen, gekonnt arrangiert, eine reizvolle Klangwelt. Wir entdecken, wie scheinbar Nebensächliches unser Empfinden beeinflusst.

Hannah Weinbergers Werk wird international präsentiert und von der Kritik hochgelobt. Sie hat an der Zürcher Hochschule der Künste studiert. 2016 war sie Preisträgerin der Zürcher Guggenheim-Stiftung. Zusammen mit Künstlerkolleginnen ist sie Gründungsmitglied des Projektraumes Elaine MGK im Hof des Museum für Gegenwartskunst Basel.

Geboren wurde Hannah Weinberger 1988 in Filderstadt (DEU); sie lebt und arbeitet in Basel (CHE).

Tätigkeitsbereiche: Klang, Video, Installation, Skulptur

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«mmmhmm, jaahh, brrrr, au au
lalala
aaaaaah
lala»
(Aus: Untitled, 2012)