Ekrem Yalçındağ

© Erbil Balta

Es sind die farbenreichen Rundbilder mit konzentrischen Kreisen, die als das Markenzeichen von Ekrem Yalcindag gelten können. Haben die Werke des Künstlers Namen wie Impressions from the Streets, dann zeigen sie Farbreferenzen aus seiner unmittelbaren Lebenswelt: Immer wieder entdeckt Yalcindag in seiner urbanen Umgebung eindrucksvolle Farbkombinationen und überträgt diese in Rundbilder, die er in der Art der Jahresringe von Bäumen anordnet.

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Die Farbfolgen der Ringstrukturen in den Rundbildern von Ekrem Yalcindag basieren auf konkreten Farbeindrücken, die er bei einem Aufenthalt im Kaffeehaus, während eines Essens im Restaurant oder vor allem beim Einkaufen und Flanieren in den Strassen gewonnen haben kann. Der Künstler fotografiert Kleidungsstücke, Lebensmittelverpackungen oder Werbeplakate, um deren Farbsubstanz anschliessend ins Bild zu setzen. Dieser konzeptuelle Gedanke, etwas Konkretes in etwas Abstraktes zu überführen, bietet wiederum Raum für gegenständliche Assoziationen. Wer den Künstler im Atelier besucht, trifft auf Assistenten, die am künstlerischen Herstellungsprozess mitwirken. Dieser ist präzis geplant, aufwendig und kann sich aufgrund der Verwendung von Ölfarbe oftmals über mehrere Monate hinziehen. Die Arbeiten erhalten durch den mehrere Millimeter dicken Farbauftrag etwas Körperhaftes, und ihr Kolorit entfaltet ein starkes optisches Flirren, das sich noch potenziert, wenn mehrere Rundbilder nebeneinander präsentiert werden.  

Ekrem Yalcindag zählt zu den renommiertesten türkischen Künstlern der Gegenwart. Er studierte in Izmir sowie an der Städelschule in Frankfurt bei Thomas Bayrle und Hermann Nitsch (Meisterschüler). Für Yalcindag, der in der Tradition der geometrischen Abstraktion und der Konzeptkunst steht, bilden die Arbeiten der Minimal Art einen wichtigen Bezugsrahmen.

Geboren wurde Ekrem Yalcindag 1964 in Gölbasi (TUR); er lebt in Istanbul (TUR) und Berlin (DEU).

Tätigkeitsbereiche: Malerei, Wandmalerei, Installation

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