Edit Oderbolz

© Donata Ettlin

Leerstellen, Lücken, Fragmente oder auch Andeutungen spielen in den Objekten und installativen Arbeiten von Edit Oderbolz immer wieder eine zentrale Rolle. Ihre Werke kreisen vielfach um die Wahrnehmung und Transformation von Raum und Material. Alltäglichen Werkstoffen entlockt die Künstlerin mit minimalen Eingriffen eine überraschend poetische Anmutung.

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Die Skulptur It/Becomes besteht aus zwei Armierungseisen, wie sie in der Baubranche zur Verstärkung von Betonbauten eingesetzt werden. Oderbolz hat die Eisen angemalt und direkt an der weissen Wand befestigt, wo sie wie eine Bleistiftzeichnung wirken: Der Titel «Es/Wird» verweist auf den Entwicklungsprozess der Skulptur. Das Armierungseisen ist seiner ursprünglichen Funktion entbunden, und anstelle seiner stabilisierenden Qualität rücken nunmehr Leichtigkeit und Zeichenhaftigkeit in den Vordergrund. In diesem Sinne sind die Arbeiten von Oberbolz «Gegenstände für den geistigen Gebrauch», wie es der Künstler Max Bill einmal in Bezug auf die Werke der konkreten Kunst formuliert hat. Die veränderte Wahrnehmung der Dinge eröffnet eine neue Sichtweise und man beginnt sich zu fragen, ob wir immer wach und aufmerksam genug sind, um im Alltäglichen auch das Ungewohnte, Überraschende zu entdecken.

Oderbolz hat 1996–1999 bildende Kunst an der HGK Basel studiert und seither diverse Atelierstipendien (unter anderem in London, Rotterdam und Perth) sowie mehrere Kunstpreise erhalten.

Edit Oderbolz wurde 1966 in Stein am Rhein (CHE) geboren. Sie lebt und arbeitet in Basel (CHE).

Tätigkeitsbereiche: Zeichnung, Objekte, Installation

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«Solange es Menschen gibt, wird es Kunst geben, in welcher Form auch immer. Kunst bringt uns immer weiter, darauf ist Verlass.»