Brigitte Kowanz

© Alfred Weidinge, 2017

Die international bekannte Künstlerin Brigitte Kowanz hat bereits Ende der 1970er-Jahre Licht als ihr bevorzugtes künstlerisches Medium entdeckt und damit bald ihre charakteristische Arbeitsweise entwickelt: Sie kombiniert Neonröhren oder LEDs mit Schrift und Sprachcodes zu Objekten, in denen Licht als eigenständiges Phänomen und als Informationsträger sichtbar wird.

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Kubische Bodenskulpturen realisiert Kowanz seit 2006 in verschiedenen Variationen. Spiegel und verspiegelte Gläser, die sie bei diesem Werktypus zu freistehenden Würfeln zusammenfügt, sind typische Elemente in ihrem Schaffen. Auch reflektierende Metalle nutzt sie, um die raumerzeugende Wirkung von Licht zu verstärken und die Betrachter mittels ihres Abbildes zu integrieren. Bei dem Werk in der Mobiliar-Kunstsammlung ist der Satz «Rund um die Uhr» in kreisförmig geführten Neonlettern in den Kubus aus durchsichtigem Spiegelglas eingefügt. Blickt man von oben in das Objekt hinein, so öffnet sich wie in einem Spiegelkabinett ein unendlicher Raum, in dem sich die Neonschrift und auch das eigene Antlitz allseitig vielfach wiederholen, überlagern, verdichten. Wir werden regelrecht hineingesogen in die unaufhörlich tickende Mühle der Zeit, der pausenlosen Geschäftigkeit, der steten Wiederholung vom alltäglichen Einerlei.

Mit ihrer reduzierten, präzisen Form- und Materialsprache, mit der sie immer wieder das Verhältnis zwischen Sehen und Verstehen erkundet, nimmt Brigitte Kowanz eine wichtige Position im eher männlich dominierten Feld der Lichtkunst ein. Für ihr Schaffen wurde sie unter anderem mit dem Grossen Österreichischen Staatspreis für Bildende Kunst (2009) ausgezeichnet und mit diversen Kunst-am-Bau-Projekten betraut.

Brigitte Kowanz wurde 1957 in Wien (AUT) geboren, wo sie auch heute lebt und arbeitet.

Tätigkeitsbereiche: Skulptur, Installation, Kunst am Bau

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«Warum, was und wenn. Weil Kunst uns weiterbringt!»

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