Beth Campbell

© Beth Campbell

Wenn sich drei typengleiche Lampen sinnbildhaft zwischen Verfestigung und Verflüssigung bewegen, zeigt sich ein grundlegendes Prinzip im Schaffen von Beth Campbell. Denn die Künstlerin spielt häufig mit subtilen Verschiebungen und Metamorphosen, indem sie verschiedene Objektzustände nicht konträr gegeneinander abgrenzt, sondern als ein Kontinuum präsentiert. Ihre Kunst kreist um Realitäts- und Wahrnehmungsverschiebungen.

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Das im Besitz der Mobiliar befindliche Werk Lamps besteht aus drei gleichen Tischlampen in verschiedenen Graden der Aufweichung. Die eine steht lotrecht, die nächste kippt wie angeschmolzen zur Seite und die dritte ist, stark deformiert, umgefallen. Alle drei sind durch ein gemeinsames Stromkabel miteinander verbunden wie durch eine Lebenslinie oder einen Erzählfaden. Die Wahl der Leserichtung bleibt den Betrachtern überlassen: Führt der Weg vom Zustand der Robustheit über Fragilität zum Zerfall oder umgekehrt? Wer das Werk zu personalisieren versucht, kann eine Verbindung legen von einem aufrechten über einen einknickenden bis hin zu einem gefallenen Menschen. Das Durchdeklinieren verschiedener Seinszustände ist charakteristisch für die Arbeiten von Beth Campbell. Im Hinblick auf die Arbeit Lamps, auf den Prozess des Aufweichens, Fliessens und der Metamorphose, mag man – im Sinne des ewigen Werdens und Wandels – an die Formel «Panta rhei» denken: «Alles fliesst».

Campbell kann mit ihren Arbeiten der Konzeptkunst zugerechnet werden. Sie ist bekannt für ihre Zeichnungen, Skulpturen und architektonischen Interventionen. Ihre Werke fordern die Vorstellung von einer physischen Welt ausserhalb unserer Wahrnehmung heraus. Sie benutzt Erkenntnisse aus Philosophie, Phänomenologie und Psychologie, um Räume zu choreografieren, unheimliche Objekte herzustellen und Mindmaps von Ereignissen zu zeichnen, die ihr widerfahren könnten.

Geboren wurde Beth Campbell 1971 in Illinois (USA); sie lebt in New York City (USA).

Tätigkeitsbereiche: Installation, Skulptur, Video, Arbeiten auf Papier

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That is really such a big question and generally at the core of everything I do. In general I guess every work I make answers that question. So the answer is always being answered with every new art work that is made. So in a sense, it is not about what has been done, but what can be done and this is tied to all potential whether it is political, personal, ecological, etc., and for everyone. (Das ist wirklich eine sehr grosse Frage, die überhaupt allem zugrunde liegt, was ich tue. Generell denke ich, dass jede meiner Arbeiten diese Frage beantwortet. So wird die Frage mit jedem neu erstellten Kunstwerk immer wieder beantwortet. Es geht also gewissermassen nicht um das, was getan wurde, sondern um das, was getan werden kann, und das ist an das gesamte Potential geknüpft, ob es nun politisch, persönlich, ökologisch usw. ist, und trifft auf jeden zu.)