Anselm Baumann

© Eva Linhart

Testen, erforschen, beobachten, verwerfen, wieder testen: Der Künstler Anselm Baumann ist eigentlich ein Forscher. Intensiv experimentiert er mit Farben, Materialien und Produktionstechniken. Oft entstehen seine Arbeiten in einem mehrere Monate dauernden Entwicklungsprozess. Und letztlich geht es immer um eines, nämlich um das Thema Raum: den architektonischen Raum, den Farbraum, den Ideenraum.

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In den Gipsreliefs von Anselm Baumann sehen wir je eine abstrakte Collage in einem architektonischen Element. Ob es sich dabei um Modelle für ein ganzes Gebäude oder nur für eine Fassade handelt, lässt der Künstler in der Schwebe – auch für sich selbst. Er kann zum Zeitpunkt der Entstehung nicht mit Sicherheit sagen, ob er auf Grundlage dieser Reliefs eine Umsetzung in grösserem Massstab vornehmen wird oder nicht. Modelle suggerieren immer, dass sie die Vorboten sind für ein wohldurchdachtes grösseres Gebilde. Anselm Baumann macht sich diese Wirkung zunutze: Indem er seinen Objekten das Flair modellhafter Unfertigkeit verleiht und sowohl die Frage der finalen Dimensionen als auch des Umsetzungskontextes offenlässt, regt er die Vorstellungskraft der Betrachterinnen und Betrachter an: Wie würde ein Gebäude oder ein Gebäudeelement dieser Art letztendlich aussehen? Wo könnte es sich befinden?

Als gelernter Bildhauer kam Baumann früh mit verschiedenen Materialien und Bearbeitungstechniken in Kontakt, und er hat das Spektrum seiner Fertigkeiten permanent erweitert. Er ist Gewinner mehrerer Wettbewerbe für Kunst-am-Bau-Projekte. So ist zum Beispiel im Treppenhaus der Technischen Universität in Mannheim eine Installation von Baumann über vier Stockwerke zu sehen.

Anselm Baumann wurde 1958 in Freiburg im Breisgau (DEU) geboren. Er lebt und arbeitet in Frankfurt am Main (DEU).

Tätigkeitsbereiche: Objekt, Plastik, Installation, Kunst am Bau

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